Dzwono-Sierbowice
KLOSTER DES MINORITENORDENS UND DIE PFARREI DES HEILIGSTEN HERZENS JESU
ZURÜCK ANSCHRIFT GESCHICHTE E-MAIL



Historisch-landeskundlicher Umriß

Den eigentlichen geschichtlichen Ûberblick betr. der heutigen Ortschaft Dzwono-Sierbowice ermöglicht uns die gute Vertrautheit mit der Ur- und Geschichte von Pilica. Die Berichte über Menschenspuren auf diesem Gebiet sind schon aus Vorzeiten überliefert. Kalksteinlandschaften besaßen eine unwiderstehliche Anziehungskraft, Felsenhöhlen und -nischen boten dem prähistorischen Menschen Geborgenheit und Schutz und Kalksteinlager bargen Feuersteinblöcke - den wertvollen Rohstoff zur Werkzeugherstellung. Dank der von Ludwik Sawicki in den Jahren 1947-50 geführten stratigraphischen Forschungen ließ sich diese Frage genauer betrachten.

Erforscht wurden folgende Felsenhöhlen: Jasna [Die Helle], Lisia Jama [Fuchsbau], Wschodnia [Osthöhle], Zaciszna [Die Abgeschiedene] und "Pod oknem" [Unter dem Fenster]. Untersuchte Erd-, Lößlehm-, Sand-, Ton- und Kalkfelsenschichten ließen die geschichtlichen Turbulenzen angesichts der Klimaschwankungen des Eiszeitalters wiedergeben. Die mit Humus beschichteten Schwemmlandböden weisen auf Menschenspuren von vor 4.000 Jahren hin. Es wurde damals Getreide angebaut, Vieh gezüchtet, es wurden Stoffe und Geschirr hergestellt. Forschungsarbeiten trugen zur Entdeckung kleiner Äxte aus Glattfeuerstein, der Knochenahlen, zahlreicher Feuersteine und Geschirrfragmente bei.

Der in chronologischer Hinsicht allererste Bericht aus den Jahren 1297-1300 über Pilica und das Schloß stammt von M. Stryjkowski, der den Kampf des böhmischen Königs Wenzeslaus mit Ladislaus Ellenlang um den polnischen Thron geschildert hat. Auch im Dokument des Königs Ladislaus Ellenlang aus dem Jahre 1327, kraft dessen die Brüder Wolfram und Hilary, Dorfschulzen von D³u¿ec - eine zu diesem Dorf gehörende Waldung erhalten haben, um diese weiter zu kolonisieren - ist zu lesen, daß dieses Waldgebiet bis an die Grenzen des Dorfes Pilica gereicht habe.

Verhältnismäßig spät, denn erst seit 1300, wurde Pilica in Urkunden erwähnt, die eigentlich von Eigentümern dieses Gebietes und nämlich von Jan und Otto aus Pilica ausgefertigt waren. Unter der Regierung von Ladislaus Ellenlang und von Kasimir dem Großen waren die beiden Hauptgestalten der politischen und der gesellschaftlichen Bühne des Landes. Diese Tatsache bestätige die frühe Ûbergabe der Ortschaft als Privateigentums an das Adelsgeschlecht Topory Pileckie [Beile aus Pilica]. In seiner langen Geschichte war Pilica zuerst ein Dorf, seit 1393 - erhielt die Ortschaft den Status einer Privatstadt, der 1808 der Rang einer Kreisstadt verliehen wurde. 1842 wurde Pilica zur Bezirksstadt herabgesetzt, und am 1. Juni 1869 büßte die Ortschaft auf Erlaß des Zaren ihre Stadtrechte überhaupt ein, was Degradierung zu einer Siedlung und dann zu einem Dorf zur Folge hatte. Im Verlauf der Geschichte war Pilica viermal von Preußen, Rußland, Österreich und endlich von den Deutschen besetzt; achtzehnmal änderte sich die administrative Angehörigkeit des Ortes.

Nach dem Zweiten Weltkrieg erlangte Pilica in einem gewissen Sinne den ursprünglichen Status wieder. Die Ortschaft entvölkerte sich und wurde ethnisch und konfessionell einheitlich. Als Dorf wurde Pilica zur Grünanlage, zum Zentrum der Ackerbauerzeugnisse, sowie zur Ortschaft, in der Unqualifizierte zur Arbeit in Zag³êbie [Becken] D¹browskie in Hülle und Fülle leben.

Dank der Bemühungen von lokalen Behörden wurden Pilica in den 90-er Jahren Stadtrechte erneut zugebilligt. Das in einem anreizenden Schlupfwinkel des Jurahochlandes Kraków-Wieluñ, auf der touristischen Strecke zu den Adlersnesten gelegene Städtchen war immer ärmlich, wie der Boden, auf dem es entstanden ist. Von Hügelketten umgeben blieb es versteckt, als wäre ihm die Chance der wirtschaftlichen Entwicklung und des gesellschaftlichen Fortschritts entzogen. Hiesige Erdböden sind überwiegend der 5. und 6. Kategorie zuzuordnen. Das Städtchen kann heutzutage überhaupt nicht zum Vorschein kommen als Gemeinde, die ausschließlich von der Bauernwirtschaft lebt.

Dzwono-Sierbowice ist 5 km von Pilica entfernt, und es gehört zur Gemeinde Pilica. Die Berichterstattung über Pilica betrifft deswegen in einem gewissen Maße auch dieses neuentstandene Dorf, das nach der Lehre des Evangeliums für die ganze Region zum "Senfkorn" werden kann.

Das Dorf zählt 163 Einwohner. Die Dorffläche: 164.02 ha, individuelle Nutzflächen 124,60 ha. Dorfbebauung - beiderseits. Im Dorf befinden sich Pfarrkirche, Grundschule und Spritzenhaus.

Die Entstehungsgeschichte von Dzwono-Sierbowice wird auf das Jahr 1955 datiert. Nichtsdestoweniger hat die Entstehung ältere Ursprünge und hängt mit der seelsorgerischen Tätigkeit des Ordo Fratrum Minorum in Pilica zusammen.

Im Dezember 1946 wurden in der Pfarrei Pilica-Biskupice Pater des Minoritenordens (des Franziskanerordens) Feliks Wójcik zum Wikar mit Rechten des Pfarrherrn und P. Anio³ Sroczyñski zum Hilfswikar ernannt. Außer der Klosterkirche befanden sich in der Pfarrei Kapellen: Kaplica Œwiêtej Rodziny [der Heiligen Familie] in Dzwonowice, Kaplica Œwiêtego Izydora [des Heiligen Izydor] in Sierbowice und Kaplica Matki Bo¿ej Czêstochowskiej [der Tschenstochauer Gottesmutter] in Szyce. Die Pfarrei erstreckte sich auf einer Länge von 8 km. Die ungeheizten ländlichen Kapellen könnten 20 bis 30 Personen unterbringen. Die Pfarrei mußte nun dem schwerwiegenden Problem des Baus einer neuen Kirche ins Gesicht sehen; es war übrigens der ausdrückliche Wille des Diözesanordinarius, Bischofs Czes³aw Kaczmarek.

granicaIm Februar begann man Baumaterialien zusammenzutragen. Es gab große Schwierigkeiten mit der Lokalisierung des neuen Heiligtums; jedes Dorf wollte dieses bei sich haben.

Letzten Endes schloß man einen Kompromiß. Der Bau wurde auf der Anhöhe zwischen Dzwonowice und Sierbowice lokalisiert; der Ort wurde "Górka" ["Hügel"], und dann Dzwono-Sierbowice genannt. Sowohl der Name als auch die Geschichte von Dzwono-Sierbowice sind eng mit der Kirche verbunden, deren Bau 1948 zu Ende gegengen ist. Der Entwerfer war Ing. für Architektur - Mieczys³aw Œliwiñski.

Der Erbauer der Kirche in Dzwono-Sierbowice - P. Feliks Wójcik war in den Nachkriegsjahren Animateur und Ausführer von vielen Arbeiten zugunsten der einheimischen Gemeinschaft. Hier baute er Tiefbrunnen und Wasserleitung, in den 70-er Jahren gründete er das Jugendblasorchester, das bis zum heutigen Tag seine Tätigkeit erfolgreich führt. Im Herbst seines Lebens unternahm er den Bau einer Grundschule, der erst nach seinem Tode zu Ende geführt worden ist. Auf sein Ansporn wurden viele Arbeiten sozialen Charakters vollzogen.


Allerlei Anmerkungen technischer Art und Rückfragen in Bezug auf diese WWW-Seiten sind an folgende Adresse zu richten:
admin@ofm.krakow.pl
http://ofm.krakow.pl/tom/

© tomsco
.